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Bob Grillson im Test bei Ted Aschenbrandt

Ich bin im Sommer 2010 bei der Suche nach Holzpellets, die zum Grillen geeignet sind, auf diesen wirklich ungewöhnlichen Grill gestoßen. Ein derartiges Gerät mit einer so speziellen Brenntechnik hatte ich bis dato noch nicht gesehen und nach kurzem Homepage-Studium habe ich dann Kontakt mit dem Hersteller aufgenommen.

Nach einigen Gesprächen und fachlichem Austausch wurde dann der erste Bob in unsere Grillschule in Stuttgart-Feuerbach geliefert. Der Lieferant war niemand anderes als der Mann, der hinter der ganzen Sache steht, nämlich Dirk Luttermann persönlich. So gab es eine praktische Einweisung mit Tipps und Kniffen wie man den Bob bedient. Also stand den ersten Tests nichts mehr im Weg.

Testaufbau

Als Berufsgriller weiß ich natürlich, was einem Grill nicht "schmeckt", und stellte also ein kleines Testprogramm zusammen. Entenbrust und Secreto vom Ibericoschwein sollten die Fetttauglichkeittesten, Krustenbraten und ein Huhn die Mittelstrecke und für den Low & Slow Job schickte ich ein schönes Hanging Tender ins Rennen.

Als erstes beeindruckte mich natürlich die Optik, keine Schraube ist außen am Grill zu erkennen. Einzige Bedienelemente sind der Drehschalter der den Kompressor ansteuert und das Manometer welches den Strömungsdruck an der Düse dokumentiert. Die Oberflächen sind gestrahlt und das dicke Holzbrett liegt sicher und fest in der Halterung, auf der anderen Seite ragt der Magazinzylinder für die Pellets in die Höhe. Der Füllstand ist durch einen Schlitz an der Vorderseite gut zu erkennen und lässt sich so schnell mit einem Blick checken.

Unter diesem "Custom Style" Äußeren verbirgt sich Technik, die sich gewaschen hat. Kurz erklärt: die Pellets fallen auf einen Rost und werden mit hoher Temperatur verbrannt. Eine darunterliegende Düse sorgt dabei für Unterdruck und facht die Glut an. Das bei dieser Verbrennung entstehende Holzgas wird entzündet und vom Luftstrom der Düse in einen sogenannten Diffusortransportiert, der sich unten im Garraum befindet. Je höher der Druck auf der Düse, desto höher die Gasmenge, desto höher also die Temperatur im Diffusor und im Grill.

Der Garraum an sich ist komplett doppelwandig isoliert, hält also die Hitze, und der Edelstahl ist vor dem Anlaufen geschützt. Im Inneren befinden sich zwei gusseiserne Roste, mit denen messerscharfe Brandingsohne Probleme gelingen, und der darunterliegende Diffusor. Der Diffusor liegt im hinteren Drittel der Grillfläche - es ist also möglich auf 2/3 der Fläche indirekt zu grillen. Das heruntertropfende Fett fließt ab, ohne mit dem heißen Diffusor in Kontakt zu kommen, Fettbrand wird vermieden. Die indirekte Grillfläche lässt sich sogar noch vergrößern, indem man einen Schieber im Diffusor versetzt und ihn so nur zur Hälfte befeuert.

Durchführung

Mein erster Test war noch sehr verhalten - erstmal Kennenlernen der Technik und langsames Herantasten an die geheimnisvolle Maschine. Fünf Minuten später war fast schon alles klar, der Bob lief und es war möglich, den Druck und damit die Temperatur gradgenau zu steuern. Die Bedienung ist wirklich simpel, ein Drehknopf – das war's. Also, Gusspfanne auf den heißen Grill und aufheizen. Dann die Entenbrüste rein und fünf Minuten auf der Haut braten. Wenden und weitere fünf Minuten. Runter und noch mal fünf Minuten ruhen lassen, fertig. Ergebnis wie sonst auch immer, Test bestanden.

Jetzt kam das Fettableitsystem dran, was ist da besser geeignet als Secreto vom Ibericoschwein. Mit diesen relativ dünnen und extrem marmorierten Stücken habe ich schon so manchen Grill in Flammen aufgehen lassen, qualmen tut das immer, brennen sollte es am liebsten nicht. Also auflegen. Komplett indirekt auf die knackig heißen Roste. Es qualmt wie erwartet aber der Fettbrand bleibt aus, dafür beim Wenden nach einer Minute Brandings wie im Lehrbuch. Gusseisen ist eben nicht zu schlagen. Nach einer weiteren Minute sind die Secretos fertig und können runter. Test bestanden.

Als nächstes Huhn und Krusti. Huhn auf dem Sitz und Braten auf dem Rost, die Temperatur heruntergeregelt und den Diffusor in die Mitte geschoben. Die gesamte rechte Seite des Garraums wird jetzt indirekt befeuert. Beim Huhn waren keine Besonderheiten festzustellen, alles wie immer und in etwa einer Stunde fertig. Den Krusti habe ich nach einer Stunde entkoppelt, die Gussroste leiten die Hitze sonst zu sehr unter den Braten. Ein einfacher Bratenrostwirkt da Wunder. Vielleicht eine Zubehöridee ... Nach 2 Stunden war der Krusti fast fertig, also die Temperatur auf 250° C hochfahren und noch mal für ungefähr 10 Minuten die Schwarte aufpoppen lassen. Test bestanden.

Letzter Durchgang war das Hanging Tender. Ich hatte vor, es bei 100 - 120 °C schön langsam zu BBQen. Selbst diese niedrigen Temperaturen sind für den Bob kein Problem. Das Setup war das selbe wie bei Huhn und Krustenbraten, lediglich die Temperatur wurde noch weiter herunter gedreht. Nach 4 Stunden bei 110° C war das Fleisch fertig und ich etwas müde. Test bestanden.

Fazit

Bob ist nicht nur ein Designobjekt, sondern ein designter Grill. Er funktioniert in allen wichtigen Temperaturbereichen und schafft unter Volllast locker 400 °C - mehr als genug für eine Pyrolyse zum Selbstreinigen. Wer sich für Technik und Grills interessiert, interessiert sich zwangsläufig auch für den Bob. Gradgenaue Temperaturregelung, sehr gute Grillergebnisse und der beste Sound den ein Grill haben kann, haben mir beim Testen sehr viel Spaß gemacht. Das alles verpackt im edlen Design mit absolut eigenem Charakter haben dafür gesorgt, dass ich mich schnell in der Grillson-Familie zuhause fühlte.


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